Unterricht in Jahrgangsmischung 1/2/3 – Lernen in Mikro-Lernhäusern
Die Kinder werden in jahrgangsgemischten Klassen 1/2/3 unterrichtet. Diese Struktur ermöglicht eine individuelle Verweildauer in der Schulanfangsphase, während gleichzeitig verlässliche Beziehungen innerhalb der Lerngruppe bestehen bleiben.
Besonderen Wert legen wir auf die sozialen Aspekte der Altersmischung, die den Kindern über das übliche Maß hinaus ermöglichen:
✔ Miteinander zu kooperieren
✔ Voneinander zu lernen
✔ Einander zu helfen
Bei einer besonders schnellen Entwicklung kann ein Kind bereits nach zwei Jahren in eine Makroklasse wechseln.
Der Altersunterschied von drei Jahren hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen. Durch die Bildung von Patenschaften werden die Lernanfänger:innen von den älteren Schüler:innen begleitet. Sie lernen dadurch frühzeitig:
✔ Soziale Strukturen kennen
✔ Die Regeln des Miteinanders verinnerlichen
✔ Die schulischen Rituale von den „Großen“ übernehmen

Kooperation der Kinder – Pädagogische und Sozialerzieherische Bedeutung
Die Zusammenarbeit der Kinder hat sowohl eine pädagogische als auch eine sozialerzieherische Funktion.
✔ Kindliches Lernen wird erleichtert, da Kinder in ihrer Denk- und Mitteilungsweise näher beieinander sind.
✔ Hilfesuchende nehmen Unterstützung leichter an, wenn sie von Gleichaltrigen oder etwas älteren Kindern kommt.
✔ Kooperatives Lernen bereichert beide Seiten:
- Das helfende Kind vertieft sein Wissen, indem es Inhalte verständlich vermittelt.
- Das lernende Kind profitiert von einer natürlichen, kindgerechten Erklärung.
Das jüngere Kind lernt vom älteren, während das ältere Kind sein Wissen so ordnen und formulieren muss, dass es verständlich bleibt. Dies fördert nicht nur den Wissenserwerb, sondern auch die Kommunikationsfähigkeit und Strukturierung von Gedanken.
Während des Lehrens werden Unklarheiten sichtbar, die das helfende Kind dazu zwingen, sein Wissen zu präzisieren. Dadurch entsteht kommunikatives Lernen im elementarsten Sinne – ein Kernprinzip unserer pädagogischen Arbeit.
Soziales Lernen und Projektlernen
Die gegenseitige Unterstützung bei schulischen Aufgaben führt zu gegenseitiger Achtung und wechselseitigem Interesse – wesentliche Grundlagen für soziales Verhalten. Daraus entstehen Toleranz, soziale Harmonie und Disziplin. Die Beziehungen zwischen den Schüler:innen prägen nicht nur ihre Bildungsentwicklung, sondern auch das soziale Miteinander innerhalb der Lerngruppen.
Ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist das Projektlernen. Das Schuljahr wird in thematische Abschnitte unterteilt, wie z. B.:
✔ „Die Geschichte von allen Farben“
✔ „Kinder, wie die Zeit vergeht“
✔ „Meine fünf Sinne“
Die Lernumgebung wird an das jeweilige Thema angepasst, und die Materialien orientieren sich am Rahmenlehrplan, differenziert für verschiedene Schwierigkeitsstufen. Die Schüler:innen lernen in verschiedenen Organisationsformen wie Einzelarbeit, Partner:innenarbeit und Gruppenarbeit.
Zusätzlich nutzen wir klassenübergreifende Inputstunden, um Schwerpunkte aus dem Deutsch- und Mathematikunterricht gezielt zu vertiefen.
Wir setzen auf vielfältige unterrichtliche Organisationsformen, darunter Einzel-, Partner:innen- und Gruppenarbeit, Binnendifferenzierung, Lernstationen, Freiarbeit und Projektarbeit. Diese Methodenvielfalt fördert die Eigenverantwortlichkeit, Teamfähigkeit sowie die Gesprächs- und Sprachkompetenz der Schüler:innen.
Unser Unterricht basiert auf Lernprozessen, die die enge Verbindung zwischen Fühlen, Denken und Handeln erlebbar machen. Die Anforderungen des Rahmenlehrplans bereiten wir so auf, dass die Schüler:innen schrittweise an systematisches und planvolles Arbeiten herangeführt werden.
Besonderen Wert legen wir auf einen handlungsorientierten Unterricht, der den Schüler:innen ermöglicht, sich wichtige Arbeitstechniken anzueignen – stets im Einklang mit den Unterrichtsprinzipien der Montessori-Pädagogik.
Der Unterricht in den Makro-Lernhäusern 4/5/6
In der bewährten Jahrgangsmischung 1/2/3 lernen Mädchen und Jungen erfolgreich in ihrer altersbedingten Unterschiedlichkeit. Diese Vorteile möchten wir auch für die höheren Jahrgangsstufen nutzen. Nach zwei, drei oder vier Jahren wechseln die Schüler:innen in ein Makro-Lernhaus, wo sie in der Regel weitere drei Jahre verbleiben, bis sie die Schule verlassen. Hier wird das Lernen nach Lernwegen und im Projektunterricht in angepasster Form fortgeführt und mit Fachunterricht kombiniert.
Die Projekte basieren ursprünglich auf dem Fach Gesellschaftswissenschaften und verknüpfen verschiedene Disziplinen. Themen wie „Ernährung“, „Medien“, „Demokratie“ oder „Wasser“ werden fächerübergreifend bearbeitet. Dabei entstehen Verbindungen zwischen Deutsch, Gesellschaftswissenschaften, Mathematik und Musik oder auch naturwissenschaftliche Perspektiven im NaWi-Unterricht.
Auch in dieser Altersgruppe ist das soziale Miteinander vielschichtig. Die Schüler:innen durchlaufen in unterschiedlichem Tempo verschiedene soziale Rollen (Explorer, Explainer, Expert). Der Verbleib oder das Überspringen einer Klassenstufe ist möglich, ohne die Lerngruppe zu wechseln. Aufbauend auf den Erfahrungen aus den Mikro-Lernhäusern erweitern die Kinder ihre sozialen Kompetenzen – sei es beim Umgang mit individuellen Unterschieden, bei der Organisation gemeinsamer Vorhaben oder in der Konfliktlösung.
Unsere Leitsätze des gemeinsamen Lernens sind:
✅ Toleranz
✅ Kooperation
✅ Gewaltfreie und wertschätzende Kommunikation
✅ Verantwortung für sich selbst und andere
