Gut ankommen. Selbstständig weiterlernen. Gemeinsam wachsen.
Liebe Eltern,
mit dem Wechsel vom Mikro ins Makro beginnt für Ihr Kind ein neuer Abschnitt an der Maria-Leo-Grundschule.
Vieles bleibt vertraut: das Lernen in jahrgangsgemischten Lernhäusern, individuelle Lernwege, das Brückenbuch, unsere montessori-orientierte Pädagogik und unser Vertrauen darin, dass Kinder Verantwortung für ihr eigenes Lernen übernehmen können.
Und gleichzeitig verändert sich einiges.
Im Makro bekommen die Schüler:innen zunehmend mehr Möglichkeiten, ihren Schulalltag selbst zu gestalten. Sie planen Lernzeiten und Inputs, arbeiten mit digitalen Lernwegen, wählen Clubs und Werkstätten, treffen Entscheidungen und übernehmen mehr Verantwortung für ihre Zeit, ihre Materialien und ihren Lernprozess.
Dabei erwarten wir nicht, dass mit dem Wechsel ins Makro plötzlich alles selbstständig funktioniert. Vieles haben die Kinder im Mikro bereits gelernt und erprobt. Daran knüpfen wir an.
Selbstständigkeit ist kein Startpunkt, sondern ein Lernweg.
Auf diesem Weg begleiten wir Ihr Kind gemeinsam mit Ihnen.
Dieses Eltern-ABC soll Ihnen helfen, die besonderen Strukturen des Makros zu verstehen und Ihr Kind auf seinem Weg gut zu begleiten.
Dienstag bis Freitag beginnt der Schultag grundsätzlich mit dem offenen Anfang von 7:45 bis 8:15 Uhr. Die Schüler:innen können in dieser Zeit in Ruhe ankommen, sich organisieren und auf ihren Tag vorbereiten. Am Montag beginnt der Unterricht grundsätzlich um 9:00 Uhr. Schüler:innen, die an Ensemble oder Orchester teilnehmen, beginnen entsprechend früher.
Für unsere Sechstklässler:innen gibt es an drei Tagen verbindliche Lernzeiten bereits ab 8:00 Uhr.
Im Makro sieht deshalb nicht jeder Stundenplan gleich aus. Das ist beabsichtigt: Mit zunehmendem Alter übernehmen die Kinder mehr Verantwortung für die Gestaltung ihrer Lernzeit.
Das Brückenbuch bleibt auch im Makro eine wichtige Brücke zwischen Kind, Elternhaus und Schule.
Dabei steht Ihr Kind zunehmend in der Mitte dieser Kommunikation. Das Brückenbuch soll nicht in erster Linie dazu dienen, dass Erwachsene miteinander über das Kind kommunizieren. Vielmehr möchten wir die Schüler:innen darin unterstützen, Informationen selbst weiterzugeben, Vereinbarungen festzuhalten und eigene Anliegen anzusprechen.
Bitte schauen Sie weiterhin regelmäßig gemeinsam mit Ihrem Kind hinein. Lassen Sie sich Eintragungen, Planungen und Entscheidungen erklären und nutzen Sie das Brückenbuch als Anlass, miteinander über Schule und Lernen ins Gespräch zu kommen.
In Makro nutzen die Kinder das Brückenbuch außerdem zunehmend als Planungstool. Sie notieren zu Beginn der Woche ihre Wochenplanung im Brückenbuch, planen dort ihre Aufgaben, setzten sich ein SMART-Ziel für die Woche und reflektieren zum Ende der Woche ihr Lernen. Auch die gewählten Clubs und Werkstätten Ihres Kindes werden hier dokumentiert. Im Mittelteil des Brückenbuchs finden Sie außerdem Hinweise und Anregungen dazu, wie Sie Ihr Kind mit dem Brückenbuch beim zunehmend selbstständigen Lernen und Planen unterstützen können.
Wenn Sie selbst ein Gesprächsanliegen haben, können Sie dieses ebenfalls über das Brückenbuch mitteilen. Wo immer es möglich ist, möchten wir jedoch zunächst die Kinder ermutigen, selbst das Gespräch mit ihrem Lerncoach oder den zuständigen Pädagog:innen zu suchen.
Das Brückenbuch kennen Sie bereits aus dem Mikro als unser zentrales Kommunikationsmittel zwischen Schule und Elternhaus. Im Makro entwickeln wir diesen Gedanken weiter: Wir möchten möglichst mit den Kindern kommunizieren – nicht über sie hinweg.
Von Montag bis Donnerstag finden nach der Mittagspause unsere Clubs statt. Die Schüler:innen wählen ihre Clubs in der Regel für ein Projektzeitraum entsprechend ihrer Interessen und Stärken zunehmend selbstständig aus und gestalten damit einen Teil ihres Stundenplans.
Die Anzahl der zu belegenden Angebote richtet sich nach der jeweiligen Klassenstufe. Dadurch können die Wochenpläne unterschiedlich aussehen: Nicht jedes Kind hat an jedem Nachmittag gleich lange Unterricht. Je nach Planung kann Ihr Kind an einzelnen Tagen früher Unterrichtsschluss haben, während an anderen Tagen Clubs bis 15:15 Uhr stattfinden.
Auch Religion und Lebenskunde sind im Makro in das Clubsystem integriert und können dort entsprechend gewählt werden.
Die Clubwahl ist damit mehr als die Auswahl eines interessanten Angebots. Die Kinder lernen dabei, Entscheidungen zu treffen, eigene Interessen und Stärken wahrzunehmen, Verbindlichkeiten einzuhalten und ihren Wochenplan im Blick zu behalten.
Mit dem Wechsel ins Makro kommt neben dem Brückenbuch ein weiteres zentrales Arbeitsinstrument hinzu:
DiLer – unsere digitale Lernumgebung.
Während die Lernwege im Mikro noch in Papierform organisiert sind, werden sie im Makro überweigend digital über DiLer abgebildet. In DiLer finden die Schüler:innen unter anderem ihre digitalen Lernwege und Aufgaben, die Wochenplantabelle mit den Inputzeiten, wichtige Termine sowie Möglichkeiten zur Terminbuchung, beispielsweise für das externe Coaching. Es hilft den Kindern dabei, den Überblick über ihr Lernen zu behalten: Was steht an? Wo stehe ich auf meinem Lernweg? Welche Inputs brauche ich? Was ist mein nächster Schritt? Wann habe ich einen Termin? Auch die Wochenplantabelle wird über DiLer veröffentlicht. Damit schaffen wir eine größtmögliche Transparenz – auch für Sie als Eltern. Diese Transparenz ist jedoch eine Einladung zum Begleiten, nicht zum Übernehmen. Schauen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind hinein, zeigen Sie Interesse, stellen Sie Fragen und lassen Sie sich die Planung erklären. Die eigentliche Planung soll zunehmend in den Händen Ihres Kindes liegen und am Montag in der Schule erfolgen.
Über DiLer kann außerdem eine digitale Kommunikation zwischen Ihrem Kind und den Lern- und Fachcoaches stattfinden. Diese Kommunikation findet ausschließlich zwischen den Schüler:innen und ihren Coaches statt. DiLer ist kein zusätzlicher Elternkommunikationskanal. Für Ihre Anliegen nutzen Sie bitte weiterhin das Brückenbuch bzw. unsere vereinbarten Kommunikationswege.
Auch im Makro bleiben Sie wichtige Begleiter:innen des Lernens. Dabei führen wir einen Weg fort, den Ihr Kind bereits aus dem Mikro kennt: Es soll zunehmend selbst Fragen stellen, Absprachen treffen, Materialien organisieren, Entscheidungen treffen, Schwierigkeiten ansprechen und Verantwortung für seinen Lernweg übernehmen.
Ihre Rolle verändert sich damit Schritt für Schritt: Interesse zeigen. Nachfragen. Ermutigen. Gemeinsam nachdenken. Zutrauen.
Wenn etwas nicht funktioniert, überlegen Sie möglichst zunächst gemeinsam mit Ihrem Kind: Was kannst du selbst tun? Wen kannst du ansprechen? Welche Unterstützung brauchst du?
Manchmal ist es schwieriger, eine Frage zu stellen, als schnell selbst die Lösung zu liefern. Aber genau dieser Raum hilft Kindern dabei, zunehmend selbstständig und selbstwirksam zu werden.
Der Freitag ist unser LeoKreaTag. An diesem Tag finden insbesondere unsere Sport-, Musik- und Kunstwerkstätten statt. Die Schüler:innen wählen ihre Werkstätten zunehmend selbstständig entsprechend ihrer Stärken und Interessen aus. Die Auswahl Ihres Kindes finden Sie auch im Brückenbuch dokumentiert. Wir laden Sie ausdrücklich ein, darüber miteinander ins Gespräch zu kommen:
Warum hast du diese Werkstatt gewählt? Was möchtest du ausprobieren? Was möchtest du lernen? Passt deine Auswahl zu deinen Interessen und Stärken? Freitags können statt einer Werkstatt auch die Lernateliers für Lernzeiten genutzt werden.
Der Unterricht endet freitags im Makro für alle um 13:15 Uhr.
Individuelles Lernen bedeutet nicht, alleine zu lernen. Auch im Makro bleibt das Lernhaus eine Gemeinschaft. Die Schüler:innen lernen miteinander und voneinander, übernehmen Verantwortung füreinander und gestalten ihren gemeinsamen Lern- und Lebensraum. Gerade weil die einzelnen Wochenpläne zunehmend unterschiedlich aussehen, braucht es gemeinsame Zeiten, verbindliche Absprachen und Verantwortung für die Gemeinschaft.
Unsere Jahrgangsmischung unterstützt diesen Gedanken. Ältere und erfahrenere Kinder können Verantwortung übernehmen, während jüngere Makro-Schüler:innen von ihnen lernen. Das Prinzip der Jahrgangsmischung kennen Sie bereits aus dem Mikro. Individuelle Wege – gemeinsames Lernhaus.
Hilfe holen ist eine Kompetenz.
Selbstständigkeit bedeutet nicht, alles alleine schaffen zu müssen. Zu erkennen, wann ich Unterstützung brauche, zu wissen, wer mir helfen kann, und diese Hilfe aktiv einzufordern, gehört zu selbstständigem Lernen. Im Makro möchten wir die Kinder deshalb darin bestärken, selbst aktiv zu werden: Mitschüler:innen fragen, den Lerncoach ansprechen, eine Level-Up-Strategie nutzen oder einen Coaching-Termin vereinbaren. Auch hier können Sie als Eltern unterstützen, indem Sie nicht sofort die Lösung übernehmen, sondern zunächst fragen:
„Wen könntest du morgen ansprechen?“
Von Montag bis Donnerstag wechseln sich Inputzeiten und Lernwegszeiten ab. Inputs sind angeleitete Lernphasen, in denen neue Inhalte eingeführt, gemeinsam erarbeitet, geübt oder vertieft werden.
Zu Beginn der Woche erhalten die Schüler:innen einen Überblick über die angebotenen Inputs. Die Kinder planen zunehmend selbstständig, welche Inputs sie wann besuchen und wie sie ihre Lernzeiten organisieren. Die Pädagog:innen begleiten diesen Prozess.
Auch hier gilt: Lassen Sie sich die Planung erklären. Fragen Sie nach. Unterstützen Sie. Aber planen Sie die Woche bitte nicht für Ihr Kind.
Im Makro lernen Schüler:innen der Jahrgänge 4 bis 6 gemeinsam. Das jahrgangsübergreifende Lernen kennen die Kinder bereits aus dem Mikro. Auch im Makro schafft es stabile soziale Beziehungen und ermöglicht es den Kindern, voneinander und miteinander zu lernen. Mit der Zeit verändert sich dabei auch die eigene Rolle: Wer zunächst als neues Makro-Kind Orientierung bei den Älteren sucht, kann später selbst Erfahrungen weitergeben und Verantwortung übernehmen.
Jahrgangsmischung bedeutet für uns deshalb auch: mal Hilfe brauchen – und mal selbst Hilfe geben.
Eine verlässliche und klare Kommunikation bleibt auch im Makro Grundlage unserer Zusammenarbeit. Gleichzeitig möchten wir die Schüler:innen zunehmend selbst an Kommunikation beteiligen. Hat Ihr Kind ein Anliegen, ermutigen Sie es bitte zunächst, selbst mit dem Lerncoach oder der zuständigen Person zu sprechen. Viele Dinge lassen sich so unmittelbar und gemeinsam klären.
Für Ihre Anliegen als Eltern bleibt das Brückenbuch unser zentraler Weg zur Kontaktaufnahme.
Die individuellen Lernwege kennen die Kinder bereits aus dem Mikro. Im Makro wächst jedoch der Anteil der Selbstplanung deutlich. Die Schüler:innen entscheiden zunehmend, wann, wo, mit wem und wie sie an ihren Lernzielen arbeiten. Anders als im Mikro werden die Lernwege nicht mehr in Papierform geführt, sondern zunehmend digital in DiLer abgebildet. Selbstständigkeit bedeutet dabei ausdrücklich nicht, dass Kinder sich selbst überlassen werden. Lernbegleiter:innen beraten, beobachten und geben Impulse. Das entspricht dem Verständnis individueller Lernwege, das bereits das bisherige Eltern-ABC beschreibt.
Level-Up
Selbstständiges Lernen braucht Fähigkeiten, die genauso gelernt und trainiert werden müssen wie fachliche Inhalte. Unser Level-Up-Konzept unterstützt die Kinder dabei. Wir arbeiten unter anderem an den Bereichen:
Mut – Motivation – Fokus – Ruhe – Hilfe holen – Konfliktlösung
Die Kinder lernen wahrzunehmen: Was hindert mich gerade am Lernen? Was brauche ich? Welche Strategie könnte mir helfen?
Level-Up gibt ihnen dafür konkrete Werkzeuge an die Hand. Weitere Informationen zu unserem Level-Up-Konzept finden Sie auch auf unserer Homepage.
Jedes Schuljahr beginnt im Makro mit zwei Methodenwochen. Wir nehmen uns bewusst Zeit, die Lernhäuser zusammenzuführen und insbesondere neue Makro-Schüler:innen gut in die Strukturen und Arbeitsweisen einzuführen.
Die Kinder lernen bzw. wiederholen beispielsweise, wie DiLer funktioniert, wie Lernwege organisiert werden, wie eine Woche geplant wird, wie sie sich im Lernhaus orientieren und welche Möglichkeiten sie haben, wenn sie Unterstützung benötigen.
Während der beiden Methodenwochen endet der Unterricht täglich bereits um 13:15 Uhr. Clubs und Werkstätten starten erst anschließend. Diese Zeit ist für uns keine Pause vom Lernen. Im Gegenteil: Wir investieren Zeit in das Lernen des Lernens.
Von 13:15 bis 13:55 Uhr ist im Makro Mittagspause. Im Makro gilt das Wahlessen. Das gewünschte Essen muss rechtzeitig über das Chip-System des Caterers ausgewählt und bestellt werden. Bitte unterstützen Sie Ihr Kind insbesondere zu Beginn dabei, diese Auswahl zuverlässig vorzunehmen.
Ohne Bestellung kann leider kein Essen ausgegeben werden. Bitte bestellen Sie gleichzeitig nur Mahlzeiten, die Ihr Kind tatsächlich abholen möchte. Auch bestelltes, aber nicht abgeholtes Essen wird erfasst. Gemeinsam möchten wir vermeiden, dass Lebensmittel unnötig vorbereitet und anschließend weggeworfen werden
Nach der Mittagspause beginnen von Montag bis Donnerstag die Clubs. Je nach Klassenstufe und individueller Planung kann der Unterricht an unterschiedlichen Tagen zu unterschiedlichen Zeiten enden.
Und danach? Leo Club!
Wenn Ihr Kind einen Vertrag für die ergänzende Förderung und Betreuung (eFöB / BEB) hat, steht ihm nach Unterrichtsschluss unser Leo Club offen. Das Team des Leo Clubs freut sich, wenn die Schüler:innen nicht gleich nach Hause gehen, sondern ihren Nachmittag weiterhin bei uns verbringen.
Im Leo Club können die Kinder aus vielfältigen Angeboten wählen, gemeinsam mit Freund:innen Zeit verbringen, kreativ werden, spielen, sich bewegen, entspannen oder eigenen Interessen nachgehen.
Der offene Nachmittag ist bereits Teil unseres pädagogischen Konzepts und schafft Raum für Kreativität, Bewegung, Begegnung und Selbstständigkeit. Der individuelle Unterrichtsschluss muss also nicht das Ende des Schultages sein.
Mehr Möglichkeiten bedeuten zunächst auch: mehr Orientierung ist notwendig. Der Makro-Alltag unterscheidet sich von einem klassischen Stundenplan. Unterschiedliche Inputs, Lernwege, Clubs, Werkstätten, Coaching-Termine und individuelle Entscheidungen müssen miteinander verbunden werden.
Dabei helfen den Kindern klare Strukturen: DiLer – Brückenbuch – Wochenplantabelle – Lerncoaches – gemeinsame Zeiten – Coaching – Pat:innen
Wir erwarten nicht, dass ein Kind vom ersten Tag an alles überblickt. Orientierung entwickelt sich – und genau dabei begleiten wir.
Projektorientiertes Lernen ist ein wichtiger Bestandteil des Makros. Über das Schuljahr verteilt arbeiten die Schüler:innen an vier Projekten. Alle Projekte werden auch auf unserer Homepage veröffentlicht, sodass Sie nachvollziehen können, womit sich die Kinder beschäftigen.
Beim projektorientierten Lernen werden unterschiedliche Fachbereiche miteinander verbunden. Die Kinder setzen sich über einen längeren Zeitraum mit einer Fragestellung oder einem Thema auseinander. Sie recherchieren, entwickeln eigene Fragen und Ideen, planen Arbeitsschritte, arbeiten allein oder gemeinsam und entwickeln Ergebnisse oder Produkte.
Dabei geht es nicht nur um Fachwissen. Die Schüler:innen trainieren zugleich Planung, Zusammenarbeit, Kreativität, Problemlösen, Durchhaltevermögen, Verantwortungsübernahme und Präsentation.
Im Makro geht es nicht nur darum, Aufgaben zu erledigen. Die Kinder sollen zunehmend verstehen, wie sie lernen und wohin sie sich entwickeln möchten. Dafür gibt es unsere Coaching-Zeiten.
Gemeinsam mit ihrem Lerncoach nehmen sich die Schüler:innen Zeit, auf das eigene Lernen zu schauen:
Wo stehe ich? Was gelingt mir schon? Was fällt mir schwer? Was ist mein nächstes Ziel? Was brauche ich dafür?
Im Coaching werden Lernwege reflektiert, Ziele vereinbart und Strategien entwickelt. Coaching ist unsere Zeit, in der die Schüler:innen mit uns über das eigene Lernen nachdenken.
Religion und Lebenskunde werden im Makro anders organisiert als im Mikro. Die Angebote sind Bestandteil unseres Clubsystems und können dort entsprechend gewählt und gebucht werden. Damit werden auch Religion und Lebenskunde Teil der zunehmend eigenständigen Wochenplanung der Schüler:innen.
Selbstständigkeit ist einer der zentralen Entwicklungsschritte im Makro. Dabei erwarten wir nicht, dass Kinder alles sofort können. Selbstständigkeit entsteht, indem man Gelegenheit bekommt, selbstständig zu handeln.
Deshalb lernen die Kinder Schritt für Schritt: überblicken → entscheiden → planen → durchführen → überprüfen → neu planen
Nicht jede Entscheidung wird perfekt sein. Eine ungünstige Planung, ein vergessener Termin oder ein Input, der nicht sinnvoll eingeplant wurde, können ebenfalls wertvolle Lernerfahrungen sein. Auch Sie als Eltern spielen dabei eine wichtige Rolle. Fragen Sie nach, ermuntern Sie Ihr Kind, interessieren Sie sich für seine Entscheidungen und lassen Sie sich seine Planung erklären. Versuchen Sie gleichzeitig, Ihrem Kind die Planung nicht abzunehmen.
Im Mittelteil des Brückenbuchs finden Sie wertvolle Hinweise, wie Sie Ihr Kind auf diesem Weg begleiten können
Der Tageseinstieg gehört den Kindern. Er gibt Orientierung, stärkt die Gemeinschaft und bietet Raum, Informationen auszutauschen, Vorhaben zu besprechen und organisatorische oder pädagogische Fragen gemeinsam zu klären.
Deshalb führen wir während des Tageseinstiegs keine Elterngespräche.
Wenn Sie ein Gesprächsanliegen haben, wenden Sie sich bitte über das Brückenbuch an uns. Noch lieber ist uns – wann immer das Anliegen dafür geeignet ist –, wenn Ihr Kind zunächst selbst seinen Lerncoach oder die zuständigen Pädagog:innen anspricht. Damit setzen wir auch hier fort, was uns im Makro besonders wichtig ist: Kinder werden an der Kommunikation über ihr eigenes Lernen beteiligt.
Der Unterricht im Makro folgt keinem klassischen Stundenplan, bei dem alle Kinder zur gleichen Zeit das Gleiche tun.
Der Vormittag besteht aus Tageseinstieg, Inputzeiten und individuellen Lernwegszeiten. Nach der Mittagspause folgen von Montag bis Donnerstag die Clubs. Am Freitag findet unser LeoKreaTag mit Werkstätten und Lernateliers statt.
Durch die zunehmende Selbstplanung können die konkreten Unterrichtszeiten der Kinder unterschiedlich sein. Je nach Klassenstufe, gewählten Angeboten und persönlicher Wochenplanung kann Ihr Kind an manchen Tagen früher Unterrichtsschluss haben und an anderen Tagen bis 15:15 Uhr Unterricht haben.
Wichtig ist deshalb, dass Ihr Kind seinen eigenen Wochenplan zunehmend kennt und im Blick behält. Die dafür notwendigen Informationen findet es in DiLer und im Brückenbuch.
Mit größerer Freiheit wächst auch die Verantwortung. Die Schüler:innen übernehmen im Makro zunehmend Verantwortung für ihre Zeit – Materialien – Entscheidungen – Lernwege – Termine – Absprachen – Gemeinschaft.
Das bedeutet nicht, dass wir Erwachsenen uns zurückziehen. Wir schaffen Strukturen, geben Orientierung, beobachten, beraten und unterstützen dort, wo Unterstützung notwendig ist.
Aber wir möchten den Kindern nicht vorschnell etwas abnehmen, das sie selbst bewältigen können.
Unser Ziel ist, dass sie im Laufe ihrer Makro-Zeit immer häufiger erleben:
„Ich kann das selbst.“ Und genauso wichtig: „Wenn ich es noch nicht kann, weiß ich, wo ich Hilfe bekomme.“
Am LeoKreaTag finden insbesondere unsere Werkstätten aus den Bereichen Sport, Musik und Kunst statt.
Die Schüler:innen wählen ihre Werkstätten zunehmend selbstständig entsprechend ihrer Interessen und Stärken aus. Innerhalb der jeweiligen Klassenstufen gelten dabei verbindliche Vorgaben, damit die Kinder während ihrer Makro-Zeit unterschiedliche Bereiche kennenlernen. Die gewählten Werkstätten werden im Brückenbuch dokumentiert. So können auch Sie die Entscheidungen Ihres Kindes nachvollziehen und mit ihm ins Gespräch kommen.
Nutzen Sie diese Übersicht gerne als Gesprächsanlass: Was hast du gewählt? Warum hast du dich dafür entschieden? Was möchtest du ausprobieren oder lernen? Mir wäre noch wichtig … Freitags können anstelle von Werkstätten auch Lernateliers für Lernzeiten genutzt werden.
Nicht alles muss beim ersten Mal funktionieren. Eine Woche ungünstig geplant? Einen Input vergessen? Zu viel vorgenommen? Eine Aufgabe unterschätzt? Einen Termin nicht im Blick gehabt? Auch solche Erfahrungen gehören zum Lernen. Wir möchten, dass die Schüler:innen lernen, Schwierigkeiten nicht als Scheitern zu erleben, sondern sich zu fragen:
Was ist passiert? Was kann ich daraus lernen? Was mache ich beim nächsten Mal anders? Wer kann mich dabei unterstützen?
Gerade im Makro brauchen Kinder die Möglichkeit, auszuprobieren, Fehler zu machen, neu zu planen und es noch einmal zu versuchen. Manchmal braucht es eben X Versuche.
Kinder sollen im Makro zunehmend erleben: Ich kann etwas bewirken.
Ich kann eine Entscheidung treffen. Ich kann meine Woche planen. Ich kann einen Fehler korrigieren. Ich kann einen Konflikt ansprechen. Ich kann mir Hilfe holen. Ich kann Verantwortung übernehmen.
Dieses Erleben von Selbstwirksamkeit ist für uns ein wichtiger Bestandteil des Lernens. Dabei geht es nicht darum, alles allein zu schaffen. Selbstwirksam zu sein bedeutet auch, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu wissen, wann und bei wem ich Unterstützung bekommen kann.
Unser Ziel ist, dass aus einem vorsichtigen „Kann ich das schon?“ mit der Zeit immer häufiger ein selbstbewusstes „Yes, I can!“ wird.
Auch im Makro steht die individuelle Lernentwicklung im Mittelpunkt. In Klasse 4 arbeiten wir weiterhin ohne Ziffernnoten und geben kompetenzorientierte Rückmeldungen.
Ab Klasse 5 erfolgt die Leistungsrückmeldung zusätzlich in Form von Zensuren. Auch dann bleiben die individuelle Kompetenzentwicklung, Rückmeldungen zu Lernprozessen und das gemeinsame Nachdenken über nächste Lernschritte wichtige Bestandteile unserer Arbeit. Das entspricht auch der bisherigen Darstellung in unserem Eltern-ABC. Eine Ziffer ersetzt bei uns also nicht den Blick auf den individuellen Lernweg eines Kindes.
Zum Schluss
Der Wechsel ins Makro ist kein Wechsel in eine völlig andere Schule. Vielmehr setzen wir fort, was die Kinder im Mikro begonnen haben – mit mehr Möglichkeiten, mehr Entscheidungen und zunehmend mehr Verantwortung.
Dabei darf eine Planung auch einmal misslingen. Ein Termin darf vergessen werden. Hilfe darf gebraucht werden. Und manches braucht mehrere Anläufe.
Selbstständigkeit entwickelt sich nicht dadurch, dass Erwachsene sich zurückziehen. Sie entwickelt sich, wenn Kinder immer wieder die Gelegenheit bekommen, selbst zu denken, selbst zu entscheiden, selbst zu handeln, Unterstützung einzufordern und aus ihren Erfahrungen zu lernen. Dabei begleiten wir Ihr Kind gemeinsam mit Ihnen.
Fragen wir nach. Ermutigen wir. Unterstützen wir, wenn es nötig ist. Und trauen wir unseren Kindern etwas zu.